Stolpersteine in Wetzlar pflegen

Stolperstein in Wetzlar

Gestern Abend säuberte eine Wetzlarerin die Stolpersteine in der Altstadt. Die Gedenksteine waren kaum mehr zu erkennen. Mit dieser Aktion leistete sie ihren persönlichen Beitrag zum morgigen Gedenken an den 9. November 1938.  Jetzt glänzen sie wieder.

Der 6. Stolperstein im Brodschirm – zum Gedenken an Lina Wollmann – muss noch gereinigt werden. Vielleicht kann man morgen zum 75jährigen Gedenken an die Gräueltaten der NS-Zeit Kerzen an die Stolpersteine stellen!

Veranstaltungen zum Gedenken an den 9. November 1938 hier…

Lageplan der Stolpersteine

Erinnerungsblätter zum Download

Über das Schicksal der Betroffenen können Sie sich jeweils in einem Erinnerungsblatt informieren. Die Blätter können Sie über die nebenstehenden Links herunterladen. Im Historischen Archiv der Stadt Wetzlar können Interessierte Original-Dokumente einsehen, um tiefer in das Thema einzusteigen.

. Salomon Moses

Salomon Moses

. Paula Weber

Paula Weber

. Rosa Best

Rosa Best

. Berta & Josef Lyon

Berta & Josef Lyon

. Lina Wollmann

Lina Wollmann

Hintergrund Der Kölner Künstler Gunter Demnig erinnert mit seinem europaweiten Kunstprojekt Stolpersteine auf außergewöhnliche und eindringliche Weise an die Opfer des nationalsozialistischen Unrechtsregimes. Jedes Opfer jüdischen Glaubens, das durch die Gräueltaten des Nationalsozialismus’ ums Leben gekommen ist, erhält seinen eigenen Stolperstein. Der Stolperstein, auf dem eine Messingplatte mit den Lebensdaten des Opfers sowie kurzen Informationen zu dessen Schicksal aufgebracht ist, wird meist vor den letzten freiwilligen Wohnsitzen in den Gehweg eingelassen. Auch die Stadt Wetzlar hat mit Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom 20. Mai 2009 entschieden, den Wetzlarer Opfern des nationalsozialistischen Unrechtsregimes mit Stolpersteinen zu gedenken. Im Vorfeld wurde versucht, Angehörige der Opfer ausfindig zu machen, um deren Zustimmung zur Verlegung der Stolpersteine einzuholen, was jedoch nicht in jedem Fall gelungen ist. 54 Bürgerinnen und Bürger jüdischen Glaubens wurden deportiert und davon 38 in den Vernichtungslagern des nationalistischen Regimes ermordet, 16 Personen sind verschollen. Lediglich von 30 Opfern konnten Nachfahren oder Verwandte ermittelt werden, die in Deutschland, England, Israel und Amerika leben. Die Mehrzahl der angeschriebenen Nachfahren lehnte aus zum Teil sehr persönlichen Gründen die Verlegung der Stolpersteine ab. Die Zustimmungen von Nachfahren sechs jüdischer Opfer führten nunmehr zur Verlegung von sechs Stolpersteinen vor den letzten frei gewählten Wohnsitzen in Wetzlar.