Nicht ohne die Bürger*innen

Bürgerversammlungen nicht erwünscht in Wetzlar?

Bürgerinitiative „Lebenswerte Altstadt“ kritisiert das Vorgehen der Stadtverwaltung und fordert eine Bürgerversammlung vor dem 24. September 2020. Hier die Presserklärung:

 

 


Begleitgremium tagt ohne Beteiligung der Bürger

Die Bürgerinitiative Lebenswerte Altstadt findet es bezeichnend, dass erst nach 

der Offenlegung des Entwurfs des Bebauungsplans erstmals eine aussagekräftigeVisualisierung des geplanten Parkhauses veröffentlicht wird. Es bestätigt den Umgang der städtischen Gremien mit Bürgerinformationen bzw. Bürgerbeteiligung. Dazu passt auch, dass entgegen vorheriger Zusagen das geheim tagende Begleitgremium zur Sitzung am 21. August den Vertreter der Bürgerinitiative nicht eingeladen hatte. 

 

Stellplatzmangel nicht vorhanden

Die vorgestellten Parkhauspläne zeigen ein überflüssiges Parkhaus in der Altstadt. Im fußläufigen Umkreis der oberen Altstadt stehen im Moment 484 öffentliche Parkplätze zur Verfügung. Ohne Parkhaus im Stadthaus, ohne Domplatz, ohne Fischmarkt, ohne Kornmarkt. Von Stellplatzmangel kann also keine Rede sein. Abends und an Wochenenden könnten die Plätze auf 852 erhöht werden. (z.B. Caritas, Amtsgericht, IHK usw.) 
In der unteren Altstadt sind es 1718 öffentliche Plätze, die abends und am Wochenende auf 2202 erhöht werden könnten. 

 

Das Parkhaus ist unnötig

Die Art der Darstellung des geplanten Parkhauses gleicht einer Tarnung, nicht nur der Dimensionen, sondern auch der fehlenden Notwendigkeit. Die BI macht deutlich, dass eine 50 m lange und bis 10 m hohe Wand zum Rosengärten eine Wand bleibt, gleich mit welcher Verkleidung sie versehen ist. Aus der Fußgängerperspektive ändern hochkronige Bäume nichts an diesem Eindruck. Der Blick auf den Dom wird verstellt. 
Vor allem aber wird verschleiert, dass weltweit historische Altstädte vom Pkw-Zielverkehr entlastet werden sollen. In Wetzlar sollen hingegen nur 60 Meter neben dem Dom hunderte Autos am Tag zusätzlich in die Altstadt „gelenkt“ werden. 

Ökozentrum Parkhaus
Mit der aufgestellten Biotopwert-Berechnung wird behauptet, dass das Parkhaus ca. 6,5 mal mehr Öko-Punkte erzielt als die Marienwiese. Alle CO2 – Emissionen im Zusammenhang mit der Herstellung des Parkhauses bleiben unerwähnt: Abriss der großen Gebäude in der Turmstraße und in der Goethestraße, Neubau eines Bürogebäudes mit Kita, Neubau eines geschlossenen Parkhauses, Neubau von Torhäusern. 
Man muss also in Zukunft alle Wiesen mit einem CO2-intensiven Beton-Zement-Gemisch versiegeln und 210 Autos darauf parken lassen, dann sind wir 6,5 mal ökologischer unterwegs als vorher. 

 

Die Stadt bezahlt – der Investor verdient

Folgende Kosten sollten nicht vergessen werden: Nur durch den Parkhausbau sind alle Abriss- und Baumaßnahmen überhaupt erst notwendig geworden. Eine voraussichtlich zweistellige Millionensumme. Der Verkauf von Immobilien-Tafelsilber bedeutet deshalb noch keine wirkliche Entlastung. 

 

Mitgestaltung und Transparenz

Die Bürgerinitiative Lebenswerte Altstadt fordert eindringlich die Einrichtung eines Gestaltungsbeirats, wie er sich in vielen Städten bereits bewährt hat. 

Einbeziehung der Bürger

Wir fordern unverzüglich eine Bürgerversammlung unter Corona-Bedingungen im Rosengärtchen oder im Sport-Stadion. Diese ist vorgeschrieben und längst überfällig.

 

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