Racial Profiling in Wetzlar?

Am letzten Samstag (29.06. 2019) führte die Polizei eine Personenkontrolle am Wetzlarer Bahnhof durch. Sie kontrollierte vorwiegend Menschen, die sie als „nichtdeutsch“ einordneten.
Viele Passant*innen konnten diese einseitige „Razzia“ nicht nachvollziehen. Ein „Zuschauer“ rief den Polizist*innen zu: „Mensch ist Mensch!“. Ein Bürger mit dunkler Hautfarbe traute sich nicht aus dem Auto zu steigen, weil er befürchtete „an die Wand gestellt“ zu werden. Jugendliche im Alter zwischen ca.16 und 21 wurden ca. 30 Minuten von Beamten festgehalten und durchsucht. Zusätzlich wurden ihre Personalien festgehalten. Die Beamten erklärten ihren einseitigen Einsatz mit dem Begriff „krimineller Schwerpunkt“. Es wurden anscheinend nur männliche Passant*innen festgehalten. In aller Öffentlichkeit, das heißt unter den Augen vieler umstehenden Zuschauer*innen, wurden die jungen Menschen wie Kriminelle behandelt. Viele Umstehenden fragten sich, ob solch ein Vorgehen notwendig ist. Was erzeugt solches Vorgehen bei den Menschen, die kontrolliert werden und bei den Menschen, die zuschauen? Was erzeugt es bei Freunden, Eltern, Verwandten und Bekannten? Von einer vertrauensbildenden Maßnahme kann man auf alle Fälle nicht sprechen. Viele Zuschauer*innen haben Bilder gemacht und in den sozialen Medien veröffentlicht. Man kann nur hoffen, dass die Bilder nicht von rassistischen Gruppierungen instrumentalisiert werden.

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