Teambuilding und Aquafitness – Hessenauswahl Fußball-ID zu Besuch in der Therme Tournesol Idstein

So anstrengend hatte sich Marvin Brandmeier die Wassergymnastik nicht vorgestellt. Der Torwart der HBRS-Hessenauswahl im Fußball für Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung (Fußball-ID) springt im brusthohen Wasser von einem Bein auf das andere. Gleichzeitig boxt er mit Styroporhanteln durch die Gischt. Nach einer halben Stunde Aquafitness klettert er schnaufend aus dem Wasser. „Das war schon richtig schwer“, sagt der 27-Jährige. „Ich glaube, meine Waden sind schon dicker geworden.“  

Am Dienstagvormittag hat sich die Hessenauswahl zur Trainingseinheit der besonderen Art in der Therme Tournesol in Idstein getroffen. Der rund 25-köpfige Kader befindet sich in der Vorbereitung auf die Deutsche Meisterschaft im Juni in Wetzlar. Normalerweise berennen die Spieler grünen Rasen, doch Tournesol hat sich gemeinsam mit dem sportlichen Leiter Michael Trippel etwas Besonderes einfallen lassen: Aquafitness.

Boxen im Wasser mit Coach Diana Ostrowski

Annähernd 30 Minuten lang strampeln, hüpfen und schwimmen die Fußballer durch die verschiedenen Tiefen des Sportbeckens im Hallenbad mit der charakteristischen Kuppel. Aquafitness-Trainerin Diana Ostrowski beginnt mit einem Aufwärmprogramm, bevor es mit Aquajogging und Dehnen weitergeht. Dann kommen die großen blauen Kunststoffhanteln zum Einsatz, die Brandmeier so zu schaffen machen. Es ziehe ganz schön, gesteht der Torwart, doch seiner guten Laune kann das im Wasser nichts anhaben. Trainerin Ostrowski weiß um die vielfältigen positiven Wirkungen ihres Programmes: „Wir schulen mit diesen Übungen vor allem die Ausdauer. Dazu wird der Körper ganzheitlich trainiert, im Wasser kommen eigentlich alle Muskeln zum Einsatz. Ich kann mir gut vorstellen, dass das den Jungs im Zweikampf hilft.“ Dass sie mit intellektuell Beeinträchtigten trainiert, fällt ihr kaum auf: „Nur die anspruchsvolleren Übungen fielen einigen schwer.“

Tournesol und HBRS planen langfristige Kooperation

Der Hessenauswahl auf ihrem Weg zum Meistertitel helfen will auch Tournesol. Die Mannschaft trainiert kostenlos im Bad und es soll nicht der letzte Lehrgang hier gewesen sein, verspricht Claudia Borchwaldt, Mitglied der Betriebsleitung. Die gesamte Therme ist behindertengerecht eingerichtet, hat sich mit einem ebenerdigen Badebereich an die Bedürfnisse behinderter Menschen angepasst und pflegt seit Jahren engen Kontakt zu gemeinnützigen Projekten. „Soziales Engagement ist uns ein großes Anliegen“, sagt die Managerin. „Wir haben in unserer Einrichtung so viele Möglichkeiten, zu unterstützen und fühlen uns dazu verpflichtet. Sehen sie doch nur, welche Begeisterung das beispielsweise bei ihrer Mannschaft auslöst.“

In der Tat ist die Freude unter den Jungs förmlich greifbar. Ein besseres Teambuilding sei kaum möglich, meint Trippel. Nach dem Fitnesskurs führt er die Mannschaft ins Restaurant. Cordon Bleu und Kroketten stehen auf dem Speiseplan – gesponsert von der Therme. Im Anschluss hüpfen die Spieler in den Whirlpool. Borchwaldt und Trippel planen da schon die nächsten Schritte der Kooperation. Bereits nach der Deutschen Meisterschaft soll die nächste Übungseinheit im Wasser folgen.