„Noch ist die Siegessäule der verkehrspolitischen Unvernunft nicht errichtet!“

Am 28. September 2020 findet die entscheidende Abstimmung der Wetzlarer Stadtverordnetenversammlung zum Abriss der KITA Marienheim und zur Errichtung eines über 50 Meter langen und 10 Meter hohen Parkdecks zwischen Rosengärtchen und Dom statt. Es zeichnet sich ab, dass die Planung dieser über 6 Millionen Euro teuren Betonburg eine breite Zustimmung durch die Abgeordneten aus SPD, CDU, FDP, GRÜNE und FWG erhalten wird.

Aus Sicht des LINKEN-Stadtverbandes Wetzlar und der beiden LINKEN-Stadtverordneten Klaus Petri und Anna Wabel gibt es viele gute Gründe, sich dieser Planung zu widersetzen:

Klaus Petri, Stadtverordneter der LINKE, über den geplanten Bau des Parkhauses

 

  • In der eng bebauten und mit nur wenigen Grünflächen durchzogenen Altstadt ist dieses Ungetüm eine städteplanerische und Bau-ästhetische Zumutung
  • Andere Städte reduzieren das innerstädtische PKW-Verkehrsaufkommen, in Wetzlar wird mehr Individualverkehr in unmittelbare Nähe der „Herzkammer der Altstadt“, den malerischen Domplatz, gelenkt.
  • Es gibt auch ohne dieses Parkhaus genügend Parkplätze für die Bewohner und Nutzer der Altstadt, die fußläufig in wenigen Minuten zu erreichen sind.
  • Mit erhöhtem Lärm, Feinstaub und Autoabgasen werden vermeidbare Belastungen für Kindereinrichtungen und Anwohner in Kauf genommen.
  • Die Geschäftsinteressen des Groß-Investors Martin Bender bestimmen zwanghaft die Neugestaltung der historischen Altstadt. Alternativ-Konzepte und legitime Bürger-Einwände finden keine Berücksichtigung. Nachhaltiges Bauen und Wirtschaften sowie ökologische Zielvorgaben bleiben – ebenso wie die kommunale Selbstverwaltung – auf der Strecke.
  • Die Corona-Krise gebietet ein Moratorium. Knapper werdende finanzielle Ressourcen in potentielle Bau-Ruinen zu stecken, ist verantwortungslos.

 

 

Parkhaus-Tragödie in mehreren Akten

Die Wetzlarer LINKEN unterstützen die Position und Argumentation der BI „Lebenswerte Altstadt“ und appellieren eindringlich an die Stadtverordnetenversammlung, nicht blindlings einem Sanierungskonzept zu folgen, das die Wohn- und Lebensqualität in der Altstadt mindert und ökonomisch wie ökologisch anachronistisch ist.

 

„Wenn man in einer Sackgasse steckt, ist Umkehr kein Rückschritt, sondern Fortschritt!“

                                                                                                           (Peter Hacks)